Willkommen

Prof. Dr. Michael Hallek

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

der wichtigste deutschsprachige Kongress zum Thema Krebsdiagnostik und Krebstherapie liegt vor uns. In der Programmplanung haben wir uns auf drei wesentliche Herausforderungen konzentriert, mit denen sich die Krebsmedizin derzeit beschäftigt: verstärkte Förderung von Interdisziplinarität, zügige Integration und Finanzierung von Innovationen und zunehmende Individualisierung von Therapieentscheidungen nach einer molekular-genetischen Diagnostik. All dies erfordert „Intelligente Konzepte in der Onkologie (iKon)“ – und ist unser Motto für den Deutschen Krebskongress 2014, zu dem ich Sie hiermit herzlich einlade.

Trotz des großen Wohlstandes in unserem Land sind die Ressourcen im Gesundheitswesen extrem knapp. Dies erfordert einen verantwortungsbewussten, konzertierten und zielführenden Einsatz aller verfügbaren Mittel. Zudem gilt es, die Vorgaben des Nationalen Krebsplans umzusetzen mit den Handlungsfeldern Krebsfrüherkennung, Versorgungsstrukturen, Effizienz und Patientenorientierung. Die Wahl zum Deutschen Bundestag im Herbst wird sicher ebenfalls wichtige Weichen stellen. Da der Deutsche Krebskongress eine der ersten großen Veranstaltungen zum Thema der Onkologie nach der Bundestagswahl 2013 ist, werden wir natürlich versuchen, die Entscheidungsträger unseres Landes zur Teilnahme an unserem Kongress zu gewinnen.

Eine weitere Säule der Krebsversorgung ist die Stärkung von innovativen Forschungsstrukturen – ein Thema, das mir persönlich besonders wichtig ist. Wir müssen alle Anstrengungen unternehmen, um auch in Zukunft ausreichend Drittmittel für die Krebsforschung bereit zu stellen und über intelligente Vergabeverfahren zu verteilen.

Die Onkologie ist aktuell eines der faszinierendsten und sich am schnellsten entwickelnden Gebiete der Medizin und hat daher eine große Attraktivität für den klinischen Nachwuchs mit wissenschaftlichen Interessen. Auf dem kommenden Krebskongress wollen wir speziell bei dieser Zielgruppe die Begeisterung für unser Forschungsfeld wecken oder neu entfachen: durch eine besondere Würdigung von guten Abstracts, durch vielfältige Gelegenheiten zur Präsentation und freien Vorträgen oder durch eine innovativ gestaltete Postersitzung. Ich möchte speziell die jungen, klinisch tätigen Wissenschaftler auffordern, sich mit Ihren Ideen, Konzepten und Arbeitsergebnissen auf unserem Kongress zu präsentieren und ihre Beiträge einzureichen.

Ein weiteres wichtiges Anliegen ist mir der Abbau von Bürokratie in der Medizin insgesamt. Das Problem ist auch die ärztliche Selbstverwaltung. Wir sollten daher gemeinsam daran arbeiten, die Zertifizierungs- und Zulassungsverfahren der onkologischen Therapien zukünftig weiterhin qualitätsorientiert, aber mit minimalem bürokratischem Aufwand durchzuführen. Die Überprüfung muss anhand einfacher Kriterien erfolgen. Die Kompetenz der Zertifizierer sollte dabei genauso zur Diskussion stehen wie die der Zertifizierten. Letztlich geht es uns allen um die Sicherstellung der Qualität des medizinischen Handelns. Dabei steht außer Frage, dass Dokumentation in der Krebsmedizin notwendig ist, beispielsweise um Langzeiteffekte bestimmter Therapien zu erfassen. Hierzu ist die Umsetzung von Krebsregistern von herausragender Bedeutung und sollte nicht durch zu starke föderale Strukturen konterkariert werden.

Diese und viele andere politische und wissenschaftliche Themen wollen wir auf dem Krebskongress diskutieren. Besonderen Wert haben wir in der Planung diesmal auf die interdisziplinäre Zusammensetzung aller Diskussionsformate gelegt: Operateure, Strahlentherapeuten und Internisten, sowie auch Psychoonkologen, Palliativmediziner und alle anderen, die an Versorgung des Patienten beteiligt sind, werden gemeinsam diskutieren, anstatt nebeneinander in getrennten Sitzungen. Wir erhoffen uns davon interessante und fruchtbare Diskussionen mit neuen Denkanstößen.

Ich danke den Arbeitsgemeinschaften der DKG, den Landeskrebsgesellschaften und den verschiedenen Fachgesellschaften, die unser Konzept so konstruktiv unterstützen. Dies hat die Vorbereitungsarbeit besonders erfreulich gemacht! Hervorheben möchte ich noch die erstmalige Mitwirkung der Deutschen Krebshilfe – für mich auch ein gelungenes Signal, wie wir uns konzertiert und effizient den Herausforderungen der Zukunft stellen.

In diesem Sinne, ich freue mich auf einen interessanten Kongress. Kommen Sie nach Berlin und diskutieren Sie mit!

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Dr. Michael Hallek

Prof. Dr. Michael Hallek
Kongresspräsident DKK 2014

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